Levi, Ginzburg und Tabucchi
Zwei wichtige Wegweiser sind für mich Carlo Levi und Natalia Ginzburg. Die beiden Autoren haben sich sogar gekannt, sie gehörten dem gleichen intellektuellen und antifaschistischen Kreis in Turin an. Beide waren in confino als politische Gegner des Mussolini-Regimes.
Natalia Ginzburg hat ein lustiges und zugleich trauriges Buch über ihre Familie geschrieben "Familienlexikon", eine Autobiographie besonderer Art, die sich vor allem aus internen familiären Redearten zusammensetzt. So etwas schwebt auch mir vor: Meine Mutter fügt genauso wie der Vater von Natalia Ginzburg den Namen verstorbener Verwandter den Zusatz "der arme" oder "die arme" hinzu. Nur dass in unserer Familie zu all diesen Ereignissen, die mich interessieren, leider eine ausgeprägte Wortkargheit herrscht. Ich habe den Eindruck, dass sie von den Ereignissen eher überrannt wurden, als dass sie sie je wirklich gesteuert oder zumindest genau hätten zuordnen können. Daher die große Sprachlosigkeit...
Carlo Levi hat in seinem wunderbaren Roman "Christus kam nur bis Eboli" ein warmherziges Bild der sozialen Umstände in Lukanien entworfen, das in der Nähe von Matera liegt, wohin wir noch reisen werden. Wenn ich wie er die Realität der Fischer und Bauern aus Vodice kennen würde und sie so wie er beschreiben könnte, dann würde auch ich einen solchen Roman schreiben, denke ich manchmal verträumt...
Und Antonio Tabucchi hat in seinem Roman "Piazza d'Italia" ähnliche chaotische familiäre Zustände beschrieben, wie ich sie aus Dalmatien kenne, in denen die Menschen im Strudel der politischen und historischen Ereignisse versuchen, ihr Leben nach besten Möglichkeiten zu leben, wobei viele Dinge natürlich schief gehen. Sein Don Milvio, der versuchte, eine Maschine zur Produktion von Gleichheit und Gerechtigkeit zu konstruieren, ist auch eine wegweisende Gestalt...
Natalia Ginzburg hat ein lustiges und zugleich trauriges Buch über ihre Familie geschrieben "Familienlexikon", eine Autobiographie besonderer Art, die sich vor allem aus internen familiären Redearten zusammensetzt. So etwas schwebt auch mir vor: Meine Mutter fügt genauso wie der Vater von Natalia Ginzburg den Namen verstorbener Verwandter den Zusatz "der arme" oder "die arme" hinzu. Nur dass in unserer Familie zu all diesen Ereignissen, die mich interessieren, leider eine ausgeprägte Wortkargheit herrscht. Ich habe den Eindruck, dass sie von den Ereignissen eher überrannt wurden, als dass sie sie je wirklich gesteuert oder zumindest genau hätten zuordnen können. Daher die große Sprachlosigkeit...
Carlo Levi hat in seinem wunderbaren Roman "Christus kam nur bis Eboli" ein warmherziges Bild der sozialen Umstände in Lukanien entworfen, das in der Nähe von Matera liegt, wohin wir noch reisen werden. Wenn ich wie er die Realität der Fischer und Bauern aus Vodice kennen würde und sie so wie er beschreiben könnte, dann würde auch ich einen solchen Roman schreiben, denke ich manchmal verträumt...
Und Antonio Tabucchi hat in seinem Roman "Piazza d'Italia" ähnliche chaotische familiäre Zustände beschrieben, wie ich sie aus Dalmatien kenne, in denen die Menschen im Strudel der politischen und historischen Ereignisse versuchen, ihr Leben nach besten Möglichkeiten zu leben, wobei viele Dinge natürlich schief gehen. Sein Don Milvio, der versuchte, eine Maschine zur Produktion von Gleichheit und Gerechtigkeit zu konstruieren, ist auch eine wegweisende Gestalt...
Fabion - 11. Sep, 20:06












