Finis terrae: Santa Maria di Leuca
In dieser Gegend bauten die reichen Stadtbewohner aus Bari, Lecce oder Otranto, aber auch aus Neapel oder Rom, prachtvolle Villen, die sich nun in einer eklektizistischen Vision aus dem Neoklassizismus und Orientalismus über das weite, blaue Meer erheben. Das war im 19. Jahrhundert, als die Angst vor den Sarazenen nach dem endgültigen Verfall des Osmanischen Reiches verschwunden war und als in dieser Gegend die Malaria ausgerottet wurde. Hinter den verschlossenen Fensterläden ahnen wir maurisch-bequeme und westeuropäisch-dekadente Liegen, Kristalllüster an den Stuckdecken und kalte, rötliche, rosafarbene und grüne Mosaiksteine auf dem Boden. Es ist seltsam still, die Sonne verwandelt alles in weiß-blau-grüne Streifen, wir haben unsere Sonnenbrillen aus den Taschen geholt, uns ins Café gesetzt und verharren schweigend eine Stunde in dieser bezaubernden Schönheit. „Veniamo dalla Croazia“ erklärten wir dem neugierigen Kellner, der entzückt war, obwohl er nicht den Eindruck hinterließ, ganz genau zu wissen, wo Croazia liegt. Er war von jedem Gast begeistert, und seine Gastfreundschaft verriet uns, dass trotz der Villenpracht um uns, die Menschen hier im Süden Italiens noch mmer hart um ihr tägliches Brot kämpfen und deswegen bereit sind, ihr Brot auch mit dem Unbekannten zu teilen. Er lud uns zum Grillen zu seinen Freunden ein.






Fabion - 10. Sep, 23:05












