El Shatt 3
Die Zeitung „Naš list“ verarbeitete Nachrichten, die Radio London gesendet hatte, es wurden auch andere Zeitschriften, Bilderbücher und Fiebeln in einer eigenen Druckerei gedruckt. Wandzeitungen brachten regelmäßig Nachrichten aus der Heimat, und die traurigsten Momente waren die, wenn jemand unter den Namen der Gefallenen und der Verstorbenen eine ihm nahe stehende Person entdeckt hatte. Die Nachrichten über den Tod von Flüchtlinge trafen wahrscheinlich genauso verzögert ein und riefen in der Heimat die gleiche Trauer hervor, aber meist hörten die voneinander getrennten Menschen wenig von ihren Nächsten, die auf der anderen Seite des Mittelmeers zurück geblieben waren. Auf dem Friedhof in El Shatt ruhen 856 Flüchtlinge, die nie mehr das dalmatinische blaue Meer sehen konnten. Meine Großmutter Oliva war in jener Zeit in einem Lager in Belgrad – sie muss sich oft gefragt haben, wie es wohl ihren beiden Töchtern in Afrika und ihrer ältesten Tochter, die zu Hause geblieben war, erging.
Ich bleibe lange vor den Fotos der Kinder stehen, versuche unter den lächelnden Gesichter der Mädchen mit weißen Schleifen im Haar meine Tanten zu erkennen, natürlich vergeblich, die Kinder sehen alle ähnlich aus. Am Ende kaufe ich den Katalog und verabschiede mich von den freundlichen Museumswächtern, immer noch die einzige Besucherin an diesem Vormittag.
Ich bleibe lange vor den Fotos der Kinder stehen, versuche unter den lächelnden Gesichter der Mädchen mit weißen Schleifen im Haar meine Tanten zu erkennen, natürlich vergeblich, die Kinder sehen alle ähnlich aus. Am Ende kaufe ich den Katalog und verabschiede mich von den freundlichen Museumswächtern, immer noch die einzige Besucherin an diesem Vormittag.
Fabion - 7. Mrz, 22:33












