Meine Tanten in El Shatt
Ich verabschiede mich von meinem Zagreber Freund, der verspricht mich abzuholen, ich solle ihm nur eine SMS schicken, wenn ich fertig sei. Ich schiebe das schwere Tor auf und gelange in den dunklen, von einem mächtigen Gewölbe überdachten Innenhof (eigentlich eine Art Atrium; Wikipedia: „Es gab in kleineren Häusern auch komplett überdachte Atrien ohne ein Compluvium. Dies wurde als atrium testudinatum bezeichnet“.). Ich weiß nicht viel über Atrien. Schade eigentlich.
Aus dem Lautsprecher zählt eine leise Stimme die Namen der Bewohner der Wüstenstadt El Shatt auf. Ich laufe die Treppe hinauf zur ersten Etage, und die freundlichen Mitarbeiter erklären mir den Weg, den ich gehen soll. Ich bin die einzige Besucherin an diesem Vormittag. Voller Ehrfurcht begebe ich mich in die Welt, über die bei uns zu Hause immer wieder arabische Märchen erzählt wurden – wie die Tanten im Sand gespielt haben und von „vermummten Schwarzen“ geklaut werden sollten, wie sie sich dann aber mutig schreiend und flüchtend gerettet haben, und wie der Großvater, der sonst seinen Stock vor allem zum Verprügeln von Biserka, der älteren Tante, benutzt hat, mit eben diesem Stock in Richtung der „Schwarzen“ herumfuchtelte, so dass diese ungeheuerlichen schwarzen Kinderdiebe einen Grund mehr hatten zu verschwinden. Die Geschichte war schaurig, und ihre Glaubwürdigkeit stand auf tönernen Füßen, aber sie wurde dennoch gerne erzählt.

Kinder in El Shatt - Fotografiert in der Ausstellung
Aus dem Lautsprecher zählt eine leise Stimme die Namen der Bewohner der Wüstenstadt El Shatt auf. Ich laufe die Treppe hinauf zur ersten Etage, und die freundlichen Mitarbeiter erklären mir den Weg, den ich gehen soll. Ich bin die einzige Besucherin an diesem Vormittag. Voller Ehrfurcht begebe ich mich in die Welt, über die bei uns zu Hause immer wieder arabische Märchen erzählt wurden – wie die Tanten im Sand gespielt haben und von „vermummten Schwarzen“ geklaut werden sollten, wie sie sich dann aber mutig schreiend und flüchtend gerettet haben, und wie der Großvater, der sonst seinen Stock vor allem zum Verprügeln von Biserka, der älteren Tante, benutzt hat, mit eben diesem Stock in Richtung der „Schwarzen“ herumfuchtelte, so dass diese ungeheuerlichen schwarzen Kinderdiebe einen Grund mehr hatten zu verschwinden. Die Geschichte war schaurig, und ihre Glaubwürdigkeit stand auf tönernen Füßen, aber sie wurde dennoch gerne erzählt.

Kinder in El Shatt - Fotografiert in der Ausstellung
Fabion - 7. Mrz, 22:16












