El Shatt 2
Das Museum ist noch geschlossen, deshalb suchen wir ein Café in der Nähe und ich erzähle ihm, warum ich diese Ausstellung unbedingt sehen muss. In der Sinai-Wüste waren damals, zwischen 1944 und 1946, auch meine Tanten und ein Urgroßvater interniert, meine Mutter war in letzter Minute aus dem Boot geflohen, das sie zunächst auf die Insel Murter, dann auf die Insel Vis und dann in den italienischen Hafen Bari hätte bringen sollen. Von dort aus ging die Reise an das vorläufige Ende der Welt: die Ortschaft Santa Maria di Leuca, von wo aus die britischen Schiffe die kroatischen Flüchtlinge in die Wüste brachten. Die Zelte waren in El Shatt und El Khataba in Ägypten aufgebaut. Mehr als 28.000 Zivilisten vom kroatischen Küstenstreifen waren dort interniert – ich frage mich, misstrauisch wie ich bin, ob es sich dabei eventuell auch um einen Schachzug handelte, dieses Mal einen britischen. Die Briten wussten noch nicht, ob sie das Königreich Jugoslawien unter Führung des serbischen Königs Petar II. Karađorđević oder das sozialistische Jugoslawien unter der Führung des kroatischen Kommunisten Tito unterstützen sollten – wobei Tito wahrscheinlich der größere „Jugoslawe“ von beiden war.
Fabion - 7. Mrz, 22:15












