Elvira
Beinahe grotesk mutet die schwarze Gedenktafel an jener Stelle an, an der Elvira, eine der Frauen aus meinem künftigen Buch (werde ich je diese Stimmen finden, die ich für das Buch brauche?) von den Italienern erschossen wurde.

Grotesk, weil sich dahinter der ganze Stolz des Ortes, das erste Hochhaus, in dem das Hotel Punta mit einer Dachterrasse untergebracht ist, erhebt.

Die Tafel ist neu – während die Katholiken (und das bedeutete unter den einst zerrissenen kroatischen Verhältnissen „die Nationalen“) in der Nähe des Hotels Punta stolz ein Kreuz wiederaufgestellt haben, das wohl von den Kommunisten gesprengt worden war (dieser Spur müsste ich noch nachgehen), so haben im stummen Dialog mit ihnen die verbliebenen Linken und damit also "Nicht-Nationalen" diese Gedenktafel errichtet.

Ich sehe die Mauer, die üppig von Pflanzen bewachsen ist, und stelle mir Elvira vor, wie sie dort barfüßig und in einem dünnen Kleidchen steht, ohne richtig zu begreifen, was geschieht. Wie fühlt man sich im Angesicht des eigenen gewaltsamen Todes?
Sie hinterließ einen kleinen Jungen, der bis zu diesem Zeitpunkt Josip hieß und der noch zwei Namensänderungen erleben würde. Als nämlich Elvira starb, nannte ihre Mutter den dreijährigen kleinen Waisen Viran - nach ihr. Doch als 1945 auch sein Vater versehentlich von den Briten umgebracht wurde, änderte seine andere Großmutter, meine Urgroßmutter Luiđa, den Namen in Benjamin - nach ihrem Sohn.

Grotesk, weil sich dahinter der ganze Stolz des Ortes, das erste Hochhaus, in dem das Hotel Punta mit einer Dachterrasse untergebracht ist, erhebt.

Die Tafel ist neu – während die Katholiken (und das bedeutete unter den einst zerrissenen kroatischen Verhältnissen „die Nationalen“) in der Nähe des Hotels Punta stolz ein Kreuz wiederaufgestellt haben, das wohl von den Kommunisten gesprengt worden war (dieser Spur müsste ich noch nachgehen), so haben im stummen Dialog mit ihnen die verbliebenen Linken und damit also "Nicht-Nationalen" diese Gedenktafel errichtet.

Ich sehe die Mauer, die üppig von Pflanzen bewachsen ist, und stelle mir Elvira vor, wie sie dort barfüßig und in einem dünnen Kleidchen steht, ohne richtig zu begreifen, was geschieht. Wie fühlt man sich im Angesicht des eigenen gewaltsamen Todes?
Sie hinterließ einen kleinen Jungen, der bis zu diesem Zeitpunkt Josip hieß und der noch zwei Namensänderungen erleben würde. Als nämlich Elvira starb, nannte ihre Mutter den dreijährigen kleinen Waisen Viran - nach ihr. Doch als 1945 auch sein Vater versehentlich von den Briten umgebracht wurde, änderte seine andere Großmutter, meine Urgroßmutter Luiđa, den Namen in Benjamin - nach ihrem Sohn.
Fabion - 16. Jun, 21:08












